Nährstoffe im Boden. Die wichtigsten Nährstoffe sind Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium und Schwefel. Stickstoff (N) ist der Antriebsstoff für Pflanzen. Große dunkelgrüne Blätter und ein starkes Wachstum deuten auf eine reiche Stickstoffversorgung hin. Ein Stickstoffmangel ist an der hellgrünen Färbung der gesamten Pflanze zu erkennen. Ältere Blätter werden gelb bis hellbraun und verwelken. Die Folge ist ein unzureichendes Pflanzenwachstum und eine vorzeitige Blüte.

Der Stickstoff in der Luft (bis zu 79 Prozent in der Atmosphäre und mindestens 40 Prozent in der Luft im Boden) kann nur von Leguminosen zur Bildung von Knollen an ihren Wurzeln genutzt werden. Darüber hinaus sind alle anderen Pflanzen auf Stickstoffverbindungen angewiesen. Nitrat NO3 und Ammoniak NH3 oder eventuell Ammonium NH4 Der reine Stickstoffbedarf von 8-30 g/m pro Jahr, je nach Boden und Pflanzen, wird durch die ständige Umwandlung von Humus und durch Düngung gedeckt. Nitrat wirkt extrem schnell und wird leicht ausgelaugt. Ammonium kann nur zum Teil direkt aufgenommen werden, es wird von den Bodenteilchen zurückgehalten, so dass seine Wirkung länger anhält, allerdings findet gleichzeitig die Umwandlung in Nitrat statt. Als Blattdünger wird Harnstoff sofort aufgenommen.

Neuere Stickstoffformen haben eine länger anhaltende Wirkung, und der Düngungsprozess erfolgt langsam, indem er systematisch von den Pflanzen aufgenommen wird, während der Umwandlungsprozess im Boden durch Bakterien erfolgt. Eine solche einmalige Düngung kann ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr andauern.

Nährstoffe im Boden

Phosphor (P) in seiner reinen oder P2O5-Form ist wichtig für den Boden und die Pflanzen. In Verbindung mit Kalzium trägt er zur Bildung von Knollen und zur Umwandlung des Bodens bei. Phosphor ist für das richtige Wachstum von Wurzeln, Blütenknospen, Früchten und Samen unerlässlich. Phosphormangel erkennt man an der zunächst bräunlich-grünen, dann oft rötlich-gelben Färbung der Blätter, die in vielen Fällen braun verwelken. Da die Salze von Phosphorverbindungen und Phosphorsäuren nicht aus dem Boden ausgewaschen werden, müssen sie vorsichtig und sparsam eingesetzt werden. Ein Phosphorüberschuss ist viel häufiger als ein Phosphormangel. Je mehr Mikroorganismen und verzweigte Wurzeln vorhanden sind, desto einfacher ist die Versorgung mit Phosphor. Der Jahresbedarf liegt bei etwa 6-15 g/m. Wenn ein Bedarf besteht, sollte eine kleine Menge verwendet werden.

Kalium (K) kommt meist in Form von Kaliumoxid K2O vor, das in allen Pflanzen gelöst ist. In ausreichender Menge erhöht es die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Kälte, Krankheiten und Schädlinge. Es regt den Wasserhaushalt und den Kreislauf an und ist für die Bildung von Blüten und Früchten verantwortlich. Sein geringer Mangel wird oft nicht bemerkt. Er führt jedoch zu geringeren Erträgen und schlechterer Qualität. Bei starkem Kaliummangel verfärben sich ältere Blätter vom Rand her gelb-braun, welken und fallen ab. Auf sandigen Böden wird Kalium sehr schnell ausgewaschen, auf Lehm- oder Humusböden bleibt es länger erhalten. Am besten wird es in Form von Mehrnährstoffdüngern oder Kompost ausgebracht. Azofoska zum Beispiel ist ein idealer Dünger. Spezielle Kaliumdünger gibt es in Form von Kaliumsulfat, Kaliumchlorid und Magnesiumkainit. Im Allgemeinen ist nach einer solchen Behandlung eine Düngung mit Kalium allein nicht mehr erforderlich. Im Herbst kann die Gabe von Kalium die Reifung der jungen Triebe beschleunigen und damit ihre Frosthärte erhöhen. Eine Überdüngung mit Kalium führt zu einer Verringerung von Kalzium und Magnesium und damit zu Mangelerscheinungen. Der Bedarf an reinem Kalium liegt zwischen
10 und 25 g/m.

Kalzium (Ca) ist für die Verbesserung der Bodeneigenschaften verantwortlich, hilft, schädliche Stoffe aus dem Boden zu entfernen, z. B. Oxalsäure, regt den Stoffwechsel organischer Substanzen an, behandelt Nährstoffe, bildet Knollen und verbessert so die Bodeneigenschaften. Es steigert die Zellteilung bei Pflanzen, verbessert die Wurzelentwicklung und hat einen erheblichen Einfluss auf die Keimung von Samen. Kalziummangel ist dadurch gekennzeichnet, dass die Blätter der Pflanze, insbesondere die jungen Blätter an den oberen Trieben, hakenförmig werden, die Blattspitzen und -ränder welken, die Knospen absterben, die Stängel schwach sind und die Pflanzen anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind. Etwa 40 ? 70 g/m Kalzium. Es wird durch kalziumhaltige Düngemittel oder kalziumhaltiges Wasser ergänzt.

Magnesium (Mg) wird für den Aufbau des grünen Blattfarbstoffs, d. h. des Chlorophylls, benötigt. Bei einem Mangel entwickeln sich die Pflanzen unzureichend, die Früchte sind kleiner und von schlechterer Qualität. Ein Mangel macht sich dadurch bemerkbar, dass sich auf älteren Blättern gelbe und später braune Flecken zwischen den Blattadern bilden. Die Ränder bleiben meist grün. Erkrankte Blätter fallen vorzeitig ab. Magnesiummangel tritt am häufigsten nach feuchten Wintern auf. Bedarf von ca. 3 ? 10 Gramm pro Quadratmeter.

Schwefel (S) wird von den Pflanzen in vielfältiger Weise genutzt. Mit seiner Hilfe bilden sie Vitamine, Senföl und verschiedene Proteine. Einen Mangel an Schwefel erkennt man an der hellgrünen Farbe der jungen Blätter, einschließlich der Blattadern. Schwefel gelangt als Sulfat SO4 in den Boden, das vor allem auf leichten Böden leicht ausgelaugt wird.

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